Jesus und die anderen Religionen (Teil 2)

Der Kern der christlichen Botschaft ist, dass Gott der Richter, gegen den wir alle gesündigt haben, selbst die Aufgabe übernommen hat, sein Gesetz und die allgemeine Gerechtigkeit aufrechtzuerhalten. Er tat dies, indem er seinen Sohn als Opfer gab, um die Sünden der Welt hinwegzunehmen. In diesem Punkt ist Christus einzigartig.

Von allen bedeutenden Religionsgründern und -führern ist Christus der einzige, der den Anspruch erhob, unser Schöpfer zu sein, der Mensch geworden war. Nur im Christentum kommt Gott auf unsere Ebene herab. Er ist auch der Einzige, der sich des Problems unserer Sünde annahm, indem er sich selbst auf Golgatha opferte, damit wir Vergebung und Frieden mit Gott bekommen können.

Betrachten wir zum Beispiel einmal, was H.D. Lewis schrieb: »Nach dem berühmten Text, der Buddhas Ableben beschreibt, verwarf Buddha zum Zeitpunkt seines Todes alle jene Behauptungen, die aussagen, dass er selbst ein Werkzeug zur Errettung sei.«(H. D. Lewis und R. L. Slater, World Religions, London: Baltimore Penguin Books, 1966)

Zu fragen, warum wir denken, dass Christus der einzige Weg zu Gott ist, geht völlig am Ziel vorbei. Niemand anders bietet an, dieses schwerwiegende Problem zu lösen. Christus ist der Einzige, der im Rennen ist. Es ist nicht engstirnig, das von Christus anzunehmen, was niemand anders anbietet!

Ferner ist es wichtig, sich über die Grundlagen im Klaren zu sein, auf denen das Angebot Christi aufgebaut ist. Hierin liegt ein weiterer Grund für die Einzigartigkeit des christlichen Glaubens. Da nicht alle Menschen, die sich zum christlichen Glauben bekennen, diesen Unterschied erkannt haben, wollen wir ihn betonen, indem wir ein gewohntes Bild betrachten, welches die Religion als einen Weg oder Pfad darstellt.

Im Buddhismus handelt es sich um den »Achtfachen Pfad« oder »Mittleren Weg«. Schon von Anfang an war der christliche Glaube als »der Weg« bekannt. In diesem Bild gibt es üblicherweise ein Tor am Eingang, durch das man hindurchgehen muss, eine Art Ritual oder eine Erfahrung, die man machen muss, um auf den Weg zu kommen.

In vielen Religionen gibt es auch am Ende ein Tor, das entweder in den Himmel oder ins Nirwana etc. führt – obwohl der Zen-Buddhist behauptet, dass Erleuchtung (satori) schon in diesem jetzigen Leben möglich ist. Doch eine Vorstellung haben sie alle gemeinsam. Ob man nämlich durch das letzte Tor kommt oder nicht (oder ob man Erleuchtung auf dem Weg erfährt oder nicht) hängt von dem Fortschritt ab, den man auf dem Weg dorthin macht – das grundlegende Prinzip ist Leistung.

Die Menschen denken darüber oft so wie über einen Universitätsabschluss. Wenn man einen Universitätsabschluss erlangen möchte, muss man zuallererst die nötigen Aufnahmeprüfungen bestehen, um zur Universität zugelassen zu werden. Schafft man es nicht durch dieses Tor, kann man nicht einmal mit den Vorlesungen beginnen, die zu dem erhofften Universitätsabschluss führen würden. Doch wenn man es durch das Tor am Anfang geschafft hat, ist das noch keine Garantie dafür, dass man am Ende des Studiums einen Abschluss bekommen wird.

Es gibt nämlich am Ende noch ein anderes Tor, nämlich das Abschlussexamen. Ob man durch dieses Tor hindurchkommt, hängt davon ab, wie gut man im Kurs und im Abschlussexamen abgeschnitten hat. Die Professoren werden ihr Bestes geben, um Ihnen dabei zu helfen. Aber selbst sie können keine Garantie dafür übernehmen, dass Sie es schaffen.

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