Jesus und die Wissenschaft

Nehmen wir den neutestamentlichen Bericht, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, ohne einen menschlichen Vater zu haben. Es ist offen gesagt ein Unsinn zu behaupten, dass die frühen Christen an dieses Wunder glaubten, weil sie die Naturgesetze nicht verstanden, die die Empfängnis und die Geburt eines Kindes regelten. Alle kannten die festgelegten Gesetze der Natur, nach denen Kinder geboren werden.

Wenn sie diese Gesetze nicht gekannt hätten, so hätten sie sich ohne Weiteres vorstellen können, dass Kinder ohne einen Vater und ohne eine Mutter auf die Welt kommen könnten. In diesem Fall hätten sie also die Geschichte von der Jungfrauengeburt Jesu überhaupt nicht als ein Wunder angesehen. Die Tatsache, dass sie diese Begebenheit als ein Wunder einstuften, zeigt, dass sie die normalen Gesetze, die die Geburt bestimmen, vollständig verstanden hatten. Wenn jemand die Gesetze nicht verstanden hat, die normalerweise die Ereignisse bestimmen, wie kann dann jemand zu dem Schluss kommen, dass ein Wunder geschehen ist?

Nehmen wir eine andere Begebenheit: Lukas, der in der Wissenschaft der Medizin der damaligen Zeit ausgebildet war, beginnt die Biografie von Christus, indem er genau über dieses Thema berichtet (Lukas 1,5-25). Er berichtet von Zacharias und seiner Frau Elisabeth, die viele Jahre lang für einen Sohn beteten, weil Elisabeth unfruchtbar war. Dem Zacharias erschien in seinem hohen Alter ein Engel, um ihm zu sagen, dass seine Gebete erhört wurden und dass seine Frau einen Sohn empfangen und gebären wird. Als Zacharias das hörte, lehnte er es ab, daran zu glauben. Zacharias begründete seine Antwort damit, dass er zu alt und seine Frau unfruchtbar sei.

Kind in hohem AlterEin Kind in ihrem hohen Alter zu haben, hätte allem widersprochen, was sie über die Naturgesetze wussten. Eine interessante Tatsache über ihn ist folgende: Er war kein Atheist, sondern ein Priester, der an Gott und die Existenz von Engeln glaubte und den Wert der Gebete kannte. Er war jedoch nicht bereit, an die Erfüllung seiner Gebete zu glauben, wenn dies die Umkehrung der Naturgesetze bedeutete. Lukas berichtet, dass der Engel Zacharias für die Unlogik seines Unglaubens mit Stummheit bestrafte. Dies zeigt, dass die frühen Christen kein leichtgläubiger Haufen waren, die keine Ahnung von den Naturgesetzen hatten und daher bereit waren, jede Wundergeschichte zu glauben, wie absurd sie auch war. Genauso wie alle anderen Menschen hatten auch die frühen Christen Schwierigkeiten, an die Tatsache eines solchen Wunders zu glauben. Schlussendlich wurden sie durch die Schwere der vielen Beweise dazu gebracht, doch zu glauben.

Ähnliches schreibt Lukas in seiner Berichterstattung über den Beginn des Christentums, der Apostelgeschichte. Der große Widerstand gegen die christliche Botschaft der Auferstehung Jesu Christi kam nicht von Atheisten, sondern von den sadduzäischen Hohenpriestern der Juden. Sie waren sehr religiöse Männer. Sie glaubten an Gott. Sie sprachen ihre Gebete. Dies bedeutete aber nicht, dass sie an die Auferstehung Jesu aus den Toten glaubten, als sie zum ersten Mal davon hörten. Sie glaubten nicht daran, weil sie die Ansichten der Welt angenommen hatten. Diese Ansichten ließen es nicht zu, an ein solches Wunder wie die körperliche Auferstehung von Jesus Christus zu glauben (Apostelgeschichte 23,8).

Daher ist es einfach falsch anzunehmen, das Christentum sei in einer leichtgläubigen, vorwissenschaftlichen Welt entstanden. Weiterlesen...

 

Prof. Dr. John Lennox (Oxford University, Mathematik) in „Opium fürs Volk“.
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  • Die Welt des Altertums kannte genauso wie wir heute das Naturgesetz, dass menschliche Körper nicht einfach aus Gräbern auferstehen. Das Christentum und die Botschaft der Auferstehung verbreiteten sich durch die Schwere der Beweise dafür, dass ein Mensch, trotz der Naturgesetze, wirklich aus dem Tod auferstanden ist.

  • Wenn wir nun auf die Grundprinzipien der Moral zu sprechen kommen, wie die Eltern zu ehren, nicht zu töten usw., so ist es natürlich wahr, dass alle Religionen mehr oder weniger das Gleiche lehren. Vergleichen Sie zum Beispiel die Fünf Regeln des Buddhismus mit den Zehn Geboten des Judentums.

  • Im Anfang des vorigen Jahrhunderts lebte in Stuttgart der gesegnete Pfarrer Dann. Der traf einst ein Gemeindeglied, einen Schneidermeister, und fragte ihn: »Warum kommen Sie gar nie zum Abendmahl?«