Jesus und die Wissenschaft (Teil 2)

Die Welt des Altertums kannte genauso wie wir heute das Naturgesetz, dass menschliche Körper nicht einfach aus Gräbern auferstehen. Das Christentum und die Botschaft der Auferstehung verbreiteten sich durch die Schwere der Beweise dafür, dass ein Mensch, trotz der Naturgesetze, wirklich aus dem Tod auferstanden ist.

Es ist wahr, dass heutzutage einige Menschen die gleiche Weltanschauung haben wie damals die Sadduzäer. Diese Menschen haben fälschlicherweise versucht, die christliche Botschaft für die wissenschaftliche Denkweise glaubhafter zu machen, indem sie die Wundertaten ganz aus der Bibel wegstreichen und nur die ethischen Lehren von Jesus präsentieren. Dies funktioniert jedoch nicht.

Zum einen versichert das Neue Testament selbst, dass die Auferstehung Christi nicht nur irgendeine übernatürliche, unwichtige Verzierung der christlichen Botschaft ist. Die Auferstehung ist der Kern der christlichen Botschaft. Wer die Auferstehung weglässt, zerstört die Botschaft. Wenn das Neue Testament selbst das so erklärt, ist es nutzlos, wenn Menschen 2000 Jahre später argumentieren, dass man die Wunder herausnehmen kann und immer noch das echte Christentum übrig behält (vgl. 1. Korinther 15).

Zum anderen beruht dieser ganze Versuch auf einem Irrtum. Denn unser wissenschaftlicher Fortschritt im Verstehen der Naturgesetze hat es uns vereinfacht, an die Auferstehung Christi zu glauben – und nicht erschwert.

Eines der Grundgesetze der Natur, welches von der Wissenschaft entdeckt wurde und ständig verkündigt wird, ist der zweite Hauptsatz der Thermodynamik. Dieses Gesetz lehrt, dass der Zustand des Universums als Ganzes gesehen wie eine Uhr abläuft und die Entropie zunimmt. Wenn der Zustand des Universums sich verschlechtert, dann ist der Gedanke kaum vorstellbar, dass dies schon seit einer unendlich langen Zeit so ist.

Die Wissenschaft selbst lehrt, dass es eine Zeit gegeben haben muss, in der der umgekehrte Prozess stattfand und das Universum »aufgezogen« wurde. Wenn also das Universum zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit »aufgezogen« wurde, dann ist es weder unmöglich noch unwissenschaftlich, zu glauben, dass bei der Auferstehung Christi der Prozess der Natur wiederum umgekehrt wurde und der tote Körper zum Leben erweckt wurde und aus dem Grab kam.

Die Wissenschaft lehrt, dass die Entropie des Universums als Ganzes gesehen zunimmt. Es kann aber auch Situationen geben, in denen die Entropie örtlich gesehen abnimmt. Samen entwickeln sich zu Bäumen, die Frucht hervorbringen. Wir wissen, dass dies möglich ist, weil in dieser örtlich begrenzten Situation die Erde eine riesige Menge an Energie von der Sonne erhält.

In Übereinstimmung damit weist das Neue Testament darauf hin, dass die Auferstehung von Christus durch die unvorstellbar große Energiezufuhr vom Schöpfer selbst ermöglicht wurde:

nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, in der er gewirkt hat in dem Christus, indem er ihn aus den Toten auferweckte ... (Epheser 1,19-20).

 

Prof. Dr. John Lennox (Oxford University, Mathematik) in „Opium fürs Volk“.
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