Maria – zur Ruhe gekommen

Maria – zur Ruhe gekommen

Im Propheten Jeremia verspricht uns Gott im 33. Kapitel, Vers 3: „Rufe mich an, dann will ich dir antworten und will dir Großes und Unfassbares mitteilen, das du nicht kennst.“ Genau so hat Gott in meinem Leben gewirkt.

Auf zur Freiheit!

Aufgewachsen bin ich in einem nur formell katholischen Elternhaus als Pflegekind mit drei Geschwistern. Glaube und Gott waren zu Hause kein Thema. Im Alter von 18 Jahren beschloss ich, dass es keinen Gott gibt. In meiner Vorstellung – und die war immer das Maß der Dinge – war Gott eine Fiktion für hilflose und lebensuntüchtige Menschen. Und genau das wollte ich nicht sein. Ich war jung, das Leben lag vor mir und ich wollte selbst bestimmen, was ich tue und was ich lasse.

So lebte ich nach Lust und Laune, ganz im Zeitgeist der 70er Jahre. Traditionen und Werte, die ich in meiner Jugend vermittelt bekam, legte ich ganz bewusst als ‚spießig‛ ab. Ich wollte das tosende, brausende Leben. In diesem emotionalen Aufruhr fiel ich von einer schlechten Beziehung in die andere. Schnell machten sich im Wechsel mit dem sogenannten ‚brausenden‛ Leben Einsamkeit, Leere und Schmerz breit. In einer verzweifelten Zeit wollte ich mir das Leben nehmen, in einer anderen nahm ich es meinem ungeborenen Kind. Immer wieder wollte ich mein Leben in den Griff bekommen. So habe ich im Laufe meines Lebens einiges, was unter der Rubrik  „Lebenshilfe“ angeboten wird, ausprobiert. Ich interessierte mich für Psychologie, erlernte esoterische Praktiken, begann eine Ausbildung als Heilpraktikerin und unterzog mich einer mehrjährigen Psychoanalyse. Im Laufe der Jahre lernte ich, die Schwierigkeiten des Lebens auf unterschiedlichste Art und Weise zu analysieren und ein zu ordnen. Doch das brachte mich kein bisschen weiter. Mein seelischer Zustand wurde immer schmerzhafter. Zukunftsängste stellten sich ein, weil mir klar wurde, dass ich keinerlei Kraftquelle für ein Leben als alleinerziehende Mutter hatte.

Kommet her zu mir!

In dieser Zeit erhielt mein Sohn von seiner kleinen Freundin eine Einladung zur Kinderstunde in einer Christlichen Gemeinde. Er ging von da an mit großer Begeisterung jeden Sonntag hin. Auch ich besuchte gelegentlich die Gottesdienste. Ich hielt allerdings immer noch an meiner Vorstellung fest, dass Gott ein Beruhigungs-Schnuller für hilflose und lebensuntüchtige Menschen sei und ich keinen Gott bräuchte. Doch dann zeigte Er mir meine Hilflosigkeit. Ein Arzt entdeckte einen Tumor in mir, der sofort als bösartig diagnostiziert wurde. In dieser Nacht erkannte ich, dass ich nichts hatte, woran ich mich hätte festhalten können. In meiner Verzweiflung betete ich nach 25 Jahren wieder zu Gott. Und Gott antwortete! Er gab mir die Gewissheit, bei mir zu sein und mich zu hören. Ich durfte zum ersten Mal in meinem Leben den Segen eines Gebetes erfahren. In der Zeit vor der OP gab ich Gott das Versprechen, mich ernsthaft mit Glaubensfragen zu beschäftigen, wenn Er mir die Zeit gäbe, die ich für mein Kind bräuchte. Die Diagnose war eine Fehldiagnose, der Tumor war gutartig.

Ab diesem Zeitpunkt betete ich oft, las viel in der Bibel, besuchte den Gottesdienst und die Bibelstunden regelmäßig. Ich lernte Gott durch die Bibel und in meinem Alltag kennen. Immer mehr fühlte ich mich zu Ihm hingezogen – gleichzeitig wuch