Veronika – der Herr ist mein Hirte

Veronika – der Herr ist mein Hirte

Als Teenager war ich in mich gekehrt und hatte nicht viele Freunde. Ich traute mir selbst nicht viel zu und fragte mich immer häufiger, wozu ich eigentlich auf der Welt bin.

Behütet – aber doch allein

Ich heiße Veronika, wurde 1988 in Regen im Bayerischen Wald geboren und wuchs dort mit meinen beiden Schwestern auf. Als Baby wurde ich evangelisch getauft. Schon als Kind hörte ich Geschichten aus der Bibel. Mit 14 Jahren wurde ich konfirmiert. Das bedeutete mir jedoch nicht viel. Ich glaubte wohl, dass es Gott gibt und betete jeden Abend. Dabei fand ich aber nie so richtig Frieden. Ab und zu ging ich in die Kirche – mit dem gleichen Ergebnis. 

Allein – aber nicht vergessen

Da lieh mir eine Freundin aus der Schule christliche Bücher, die von Menschen handelten, die zu einem Glauben kamen, der ihr Leben veränderte. Meine Freundin lud mich im Sommer 2004 auf ein Teenie-Zeltlager ihrer Gemeinde ein. Bei den Andachten dort wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich nur durch Jesus zu Gott kommen kann und dass ich meine Sünden bekennen muss. Ich verstand, dass ich Schuld habe vor Gott und dadurch von Ihm getrennt bin. Jesus ist für mich am Kreuz gestorben, um meine Schuld zu bezahlen. Ihn konnte ich deshalb jetzt um Vergebung bitten. Immer größer wurde mein Wunsch, mit diesem Jesus zu leben. Ich empfand unbeschreibliche Freude, als Er in mein Leben trat. Mit einem Mal hatte ich Gewissheit, dass ich in der Ewigkeit bei Gott sein werde. Das war meine Bekehrung.

Als ich wieder nach Hause kam, begann ich regelmäßig in der Bibel zu lesen und zu beten. Ich war mir ganz sicher, dass der Herr mich hört und mich persönlich kennt. Ich wusste, dass ich mit allen Sorgen immer zu Ihm kommen kann und Er mir hilft. 

Errettet – aber geprüft

Dann begann ich meine Ausbildung und mein Glaube wurde schwer geprüft. Einerseits setzte ich mich beim Lernen unter einen enormen Erfolgsdruck. Andererseits war ich schon immer ruhig und zurückgezogen, hatte wenig Selbstbewusstsein. Das alles belastete mich sehr. 

Ich betete oft zum Herrn um Veränderung, aber es passierte nichts. Das war nicht nach meinen Vorstellungen. Daher fühlte ich mich Gott nicht mehr nahe. Irgendwann hörte ich auf, in der Bibel zu lesen und zu beten. Ich wollte keine Gemeinschaft mehr mit Gott haben und versuchte selbst Lösungen zu finden. 

In der Folge bekam ich Probleme mit dem Essen, war mir dessen aber lange nicht bewusst. Ich zog mich immer mehr von anderen Menschen zurück. Dabei fühlte ich mich frei und unabhängig, in Wirklichkeit war ich aber gefangen. Ich drehte mich nur noch um mich selbst. Irgendwann wurde mir klar, dass ich da selber nicht mehr rauskommen würde. 

Geprüft – aber nicht verlasssen

Ich suchte den Rat einer Christin. Ich wusste, dass ich wieder zu Gott umkehren musste und wollte das auch. So bat ich Jesus um Vergebung und flehte Ihn an, wieder in mein Leben zu kommen. Wie in der Geschichte vom Verlorenen Sohn, die in der Bibel steht, nahm Er mich wieder in Seine liebenden Arme. 

Meinem schwachen Selbstwertgefühl hat ein anderer Bibelvers auf geholfen, der Psalm 139, Vers 14:

„Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl.“ 

Damals begriff ich, dass es nicht auf meine Gefühle ankommt, sondern dass ich mich auf Gottes Zusagen in der Bibel verlassen kann. Er ist immer da und liebt mich, unabhängig von meinen Gefühlen und Umständen.

Aus allen Bereichen

  • Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, dass ausgerechnet ich einmal einen Bericht davon geben würde, wie ich zu Gott gefunden habe, hätte ich ihn sicher ausgelacht.

  • Im Propheten Jeremia verspricht uns Gott im 33. Kapitel, Vers 3: „Rufe mich an, dann will ich dir antworten und will dir Großes und Unfassbares mitteilen, das du nicht kennst.“ Genau so hat Gott in meinem Leben gewirkt.

  • Freiheit bedeutete für mich, mich ohne äußere Zwänge verwirklichen zu können – beruflich, erotisch, gesellschaftlich. Ich durfte aber erfahren, dass es wahre Freiheit nur in Abhängigkeit von Gott gibt.